Über einen reflektierten Umgang mit Fortschritt

Fortschritt, so unsere Vorstellung, passiert nicht einfach mit uns. Er wird von Bewertungen befördert oder gebremst. Ziel des Seminars ist, wenigstens einige dieser Wertungen zu explizieren und mit dem Anspruch zu konfrontieren, rational gerechtfertigte Entscheidungen zu treffen.

Wir wollen versuchen, autonom zu bleiben und nicht in einen Fatalismus zu verfallen, der sich seine Grundlagen durch die passive Haltung ja gewissermaßen selbst schafft.

Du willst an diesem Versuch teilnehmen?

Jetzt bewerben
Quelle: imgur

Arbeitsgruppen

Neben Vorträgen und der Filmvorführung von „Democracy“ werden wir uns während des Wochenendes dem Thema Fortschritt in Arbeitsgruppen aus verschiedenen Richtungen nähern. Du kannst an den folgenden Arbeitsgruppen teilnehmen:


Effective Altruism - Risiken künstlicher Intelligenz

The working group will examine the main arguments for why the risks from smarter-than-human artificial intelligence should be taken seriously. Making such an AI behave in a way that is compatible with our values isn't as easy as one might expect. Also, the impact of failure would be a moral catastrophe of global or even astronomical proportions.

Many AI researchers believe human-level artificial intelligence to possibly arrive within decades, making this issue urgent. Like other interventions aimed at influencing the future, success is not guaranteed. Nevertheless, both research and other interventions in this area have decent probabilities of success.

Thinking about the far-future may seem unlikely as a target of charity. After all, most people thinking about these topics are science-fiction authors or futurists whose motivation do not seem to be primarily altruistic. Upon closer examination however, those concerned about the unnecessary suffering of others may be well-advised to consider the future of AI in their decision which cause to support.

Die Seminarsprache ist deutsch.

Max Daniel ist strategischer Leiter von “Sentience Politics”, einem Thinktank, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die vorhandenen Ressourcen so einzusetzen, dass sie allen leidensfähigen Lebewesen am meisten nützen.

Konstruktiver Journalismus

„Und was jetzt?“ - Diese Frage fasst den Kern des Konstruktiven Journalismus zusammen. Nicht nur „Was ist das Problem?“, sondern auch „Wie kann es weitergehen?“. Genau wie konstruktive Kritik versucht Konstruktiver Journalismus, Probleme zu beheben, indem Vorschläge für Alternativen gemacht werden. Damit soll die gelernte Hilflosigkeit überwunden werden, in die uns katastrophen-fokussierte Berichterstattung wirft.

Nachdem in den Niederlanden 2013 das konstruktive Online-Medium De Correspondent startete, haben auch mehrere internationale Zeitungen wie der Guardian und die New York Times konstruktive Sektionen in ihr Angebot aufgenommen. Seit Juni 2016 gibt es mit Perspective Daily (PD) nun auch ein deutsches Online-Medium, das explizit mit den Methoden des Konstruktiven Journalismus arbeitet. Die Gründerin von PD, Maren Urner, wird in dieser Arbeitsgruppe mit den Teilnehmern die Grundlagen von Konstruktivem Journalismus erarbeiten und überlegen, wie dies genutzt werden kann, um neue Technologien besser zu bewerten.

Maren Urner ist promovierte Neurowissenschaftlerin und Gründerin und Autorin des Online-Mediums Perspective Daily.

Maschinelle Übersetzung

Nicht erst seit Douglas Adams’ Babelfisch ist es ein Menschheitstraum, eine Sprache zu verstehen, ohne sie gelernt zu haben,. Nachdem diese Aufgabe für Computer lange als unmöglich galt, wurden in den letzten 15 Jahren viele Techniken entwickelt, die die Qualität solcher Übersetzer verbessert haben. Zeitgleich haben Neurale Netzwerke viel Aufmerksamkeit erregt, zuletzt durch den Sieg von Googles Alpha Go gegen den weltbesten Go-Spieler. An der RWTH Aachen wird an einer Zusammenführung von Maschineller Übersetzung und Neuralen Netzwerken gearbeitet.

Nach eine Einführung in Neuronale Netzwerke wird die Arbeitsgruppe mithilfe des Attention-Based Approach einen Maschineller Übersetzer in Python implementieren. Ziel ist, bei der Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen einen funktionsfähigen Übersetzer zu präsentieren.

Für diese Arbeitsgruppe sind Programmierkenntnisse, vorzugsweise in Python, erforderlich. Erfahrungen mit Neuralen Netzen sind wünschenswert, aber nicht erforderlich.

Jan-Thorsten Peter und Parnia Bahar promovieren an der RWTH Aachen bei Prof. Dr.-Ing. Hermann Ney.

Philosophy of Mind - Virtuelle Realität, Virtual Embodiment und Künstliche Intelligenz

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich im ersten Teil mit ethischen Problemen der VR-Technologie. Zunächst wird sich die Gruppe mit neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der virtual reality auseinandersetzen und einen Ethikkodex kennenlernen, den Prof. Metzinger vor Kurzem mit seinem Kollegen Michael Madary entwickelt hat. Dabei liegt der Fokus auf eine gerade für Philosophen interessante Anwendung: Die „Virtuelle Verkörperung“ und „Robotische Wiederverkörperung“. Darunter versteht man neue technische Verfahren, bei denen ein Mensch nicht nur die Bewegungen eines Avatars in einer virtuellen Realität oder eines wirklichen Roboters kontrolliert, sondern diesen zunehmend auch zur Wahrnehmung benutzt und sich erlebnismäßig mit ihm zu identifizieren beginnt. Mit Metzingers Theorie des Selbstbewusstseins wird eine Theorie hinter dieser Praxis vorgestellt, um schließlich einen Blick auf mögliche kulturelle Konsequenzen und die psychosozialen Folgekosten zu werfen.

Im Zweiten Teil wird die aktuelle Debatte um künstliche Intelligenz Thema sein, gestützt auf einem Diskussionspapier der Stiftung für effektiven Altruismus. Lassen sich etwa Moralkodizes in die immer komplexer werdenden und sich selbst optimierenden Algorithmen implementieren? Oder wäre es ohnehin besser, diese Arbeit den biologischen und damit unvollständigen Gehirnen zu entziehen? Wenn es stimmt, was Nick Bostrom sagt, so wird die Entwicklung einer starken KI unabhängig davon, ob sie nun gut oder schlecht ausgeht, die letzte Errungenschaft des Menschen sein. Weil alles auf dem Spiel steht, müssen die Risiken ernsthaft diskutiert werden, auch wenn es manchmal wie Science-Fiction anmuten mag.

Thomas Metzinger ist Professor für theoretische Philosophie und Leiter der Forschungsstelle Neuroethik. Darüber hinaus berät er die Stiftung für Effektiven Altruismus, wo er Stiftungsratsmitglied ist, in wissenschaftlichen Fragen.

Schreibstil und Anonymität

Dieser Workshop befasst sich mit Technologien, die den Schreibstil eines Textes analysieren, um Informationen über den Autor zu gewinnen oder ihn zu deanonymisieren. Demgegenüber stehen Technologien, die den Schreibstil eines Textes automatisch verändern, um die vorgenannten Analysen fehlzuleiten, bzw. die den Schreibstil eines Textes optimieren sollen, damit er sich möglichst weit verbreitet. All diese Technologien sind noch bei weitem nicht praxistauglich, jedoch können bereits heute beeindruckende Ergebnisse erzielt werden. Die Kernfrage des Workshops dreht sich um die Folgen eines möglichen weit verbreiteten Einsatzes solcher Technologien. Utopische und dystopische Szenarien werden gemeinsam entwickelt und ausformuliert.

Die Teilnehmer des Workshops müssen keinen technischen Hintergrund mitbringen, es wird jedoch die aktive Vor- und Nachbereitung des Workshops mit dem Ziel einer gemeinsamen wissenschaftlichen Publikation erwartet. Jeder Teilnehmer soll einen Laptop (incl. Tastatur) mitbringen, um vor Ort arbeiten zu können.

Dr. Martin Potthast ist promovierter Informatiker und Postdoc am Digital Bauhaus Lab der Bauhaus-Universität Weimar.

Jetzt bewerben

Dozenten und Redner

Martin Rabanus MdB

Martin Rabanus ist seit 2013 Abgeordneter im deutschen Bundestag und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Dr. Maren Urner

Maren Urner ist promovierte Neurowissenschaftlerin und Gründerin und Autorin des Online-Mediums Perspective Daily.

Prof. Dr. Thomas Metzinger

Thomas Metzinger ist Professor für theoretische Philosophie und Leiter der Forschungsstelle Neuroethik. Darüber hinaus berät er die Stiftung für Effektiven Altruismus, wo er Stiftungsratsmitglied ist, in wissenschaftlichen Fragen.

David Bernet

David Bernet ist Regisseur und Drehbuchautor des Dokumentarfilms „Democracy – Im Rausch der Daten“

Tabea Rößner MdB

Tabea Rößner ist seit 2009 Mitglied des deutschen Bundestags und Obfrau des Ausschusses für Kultur und Medien.

Jan-Thorsten Peter

Jan-Thorsten Peter forscht an der RWTH Aachen im Bereich Mustererkennung, konkret an Maschineller Übersetzung und Spracherkennung.

Dr. Martin Potthast

Dr. Martin Potthast ist promovierter Informatiker und Postdoc am Digital Bauhaus Lab der Bauhaus-Universität Weimar.

Max Daniel

Max Daniel ist strategischer Leiter von “Sentience Politics”. Der Thinktank hat sich zur Aufgabe gemacht, die vorhandenen Ressourcen so einzusetzen, dass sie allen leidensfähigen Lebewesen am meisten nützen.

Prof. Eric Hilgendorf

Eric Hilgendorf beschäftigt sich als Jurist und Philosoph mit den ethischen und sozialen Implikationen neuer Technologien.

Jetzt bewerben

Zeitplan

Freitag, 6. Januar 2017
15:00 Anreise und Snack
17:00 - 19:00 Keynote Eric Hilgendorf
20:00 - 22:00 Abendessen im Eisgrub-Bräu
Samstag, 7. Januar 2017
9:00 - 12:30 Arbeitsgruppen
12:30 - 13:30 Mittagessen
13:30 - 17:00 Arbeitsgruppen
17:00 - 19:00 Zeit zur freien Verfügung
19:00 - 21:00 Filmvorführung „Democracy“
21:00 - 22:00 Diskussion mit Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) und David Bernet
Sonntag, 8. Januar 2017
10:00 - 12:00 Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen
12:00 - 13:30 Diskussion mit Martin Rabanus (SPD)
13:30 Optionales Mittagessen und Abreise
Jetzt bewerben

Weitere Informationen

Kann ich auch teilnehmen, wenn ich nicht Stipendiat der Studienstiftung bin?

Ja. Das Seminar findet unter der dem Dach der Studienstiftung statt, es können aber bis zu einem Drittel externe Teilnehmer partizipieren. Die Kosten der Veranstaltung werden dann allerdings nicht von der Studienstiftung bezuschusst.

Teilnahmekosten

Die Kosten werden für Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes bezuschusst und betragen 30€ bei Übernachtung in der Jugendherberge und 15€ ohne Übernachtung. Für externe Teilnehmer und Alumni der Studienstiftung betragen die Kosten 120€ bei Übernachtung bzw. 62€ ohne Übernachtung.

Teilnahmekosten für Neu-Alumni

Die Teilnahmekosten für Neu-Alumni sind dieselben wie für Stipendiaten der Studienstiftung. Neu-Alumni sind frisch verabschiedete Stipendiatinnen und Stipendiaten, denen die für Stipendiaten üblichen Zuschüsse noch bis zum Ende des laufenden Kalenderjahres (in dem die Förderung endet) gezahlt wird.

Barrierefreiheit

Wir konnten leider noch nicht abschließend klären, ob alle Veranstaltungsorte barrierefrei sind. Kontaktiere uns unter post@technologie-gesellschaft.de, wenn dich das betrifft, wir werden uns etwas einfallen lassen.

Jetzt bewerben